Clevere Ampeln

19.Feb 2026

Clevere Ampeln
DSGVO-konforme Erfassung: Fußgänger könnten in Zukunft nach Verkehrslage, Geschwindigkeit und Personenzahl die Schaltung einer Ampel beeinflussen.
© Fraunhofer-Institut Lemgo

Das Projekt „KI4PED – KI basierte Optimierung von Fußgängerüberquerungszeiten durch smarte Lichtsignalanlagen“ des Fraunhofer-Institut in Lemgo hat es auf die internationale Bestenliste des International Research Centre on Artificial Intelligence (IRCAI) unter der Schirmherrschaft der UNESCO geschafft. KI4PED wurde beim „IRCAI Top 100: Global AI for SDGs Index 2025“ von den Gutachter:innen mit „Excellent“ bewertet und zählt damit zu den 100 weltweit ausgezeichneten KI Innovationen, die einen besonderen Beitrag zu Nachhaltigkeit und den 17 Zielen der Vereinten Nationen leisten.
Im Projekt KI4PED entwickelten Forschende in Lemgo eine „clevere Ampel“ für Fußgänger:innen. Sie erkennt Personen frühzeitig, schätzt mithilfe Künstlicher Intelligenz deren Überquerungsabsicht ein und steuert die Grünphasen bedarfsgerecht. Das Ziel: Wartezeiten verkürzen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit erhöhen.

Konventionelle Fußgängerampeln berücksichtigen häufig nicht, dass Menschen unterschiedlich schnell unterwegs sind – etwa ältere Personen, Kinder oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Zudem führen lange Rotphasen oft dazu, dass manche die Straße trotz Rot überqueren. KI4PED will hier gegensteuern.

Dazu kombiniert das Fraunhofer-Institut in Lemgo moderne 3D LiDAR-Sensorik mit KI basierter Datenauswertung. Die Sensoren erfassen das Umfeld an der Ampel berührungslos und anonymisiert, KI Modelle analysieren Bewegungsmuster und treffen eine Vorhersage, ob jemand die Straße überqueren möchte. Auf dieser Basis kann die Ampel schneller auf tatsächlichen Bedarf reagieren – ohne dass ein Taster gedrückt werden muss. Getestet wurde das System unter anderem an Lichtsignalanlagen in Lemgo und Bielefeld.

„Mit dem Projekt KI4PED zeigen wir, wie KI im Alltag helfen kann. Die Technik versteht den Menschen und passt sich ihm an, statt umgekehrt“, sagt Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Direktor des Fraunhofer IOSB-INA. Projektleiter Dr.-Ing. Dennis Sprute ergänzt: „Unser Ziel ist es, Städte sicherer und lebenswerter zu machen – insbesondere für die schwächsten Verkehrsteilnehmenden.“

Informationen

Veröffentlicht am:
19.02.2026, 16:45

Kontakt
sek-ina@iosb.fraunhofer.de
+4952619429022

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