Ernährung und Mobilität gemeinsam denken: Fachkommission diskutiert Biokraftstoffe
02.Juli 2026
Wie lassen sich Ernährung sichern, fossile Rohstoffe ersetzen und Klimaziele erreichen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Fachkommission Biokraftstoffe der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) bei ihrer jüngsten Sitzung auf dem Innovation Campus Lemgo. Dass das Treffen an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe stattfand, war kein Zufall: Die TH OWL verbindet Forschung zur Lebensmitteltechnologie und zu nachhaltigen Kraftstoffen auf einzigartige Weise.
„Die TH OWL hat bundesweite Kompetenz und Strahlkraft in der Lebensmitteltechnologie und forscht auch an Kraftstoffen der Zukunft“, betonte Hochschulpräsident Professor Dr. Jürgen Krahl. Mit dem neuen Fachbereich Landwirtschaft, Lebensmittel und Gesundheit sowie dem entstehenden Mobilitätszentrum UrbanLand arbeiteten an der Hochschule zwei Bereiche eng zusammen, die für eine nachhaltige Bioökonomie von zentraler Bedeutung seien.
An der Sitzung nahmen Fachleute aus Wissenschaft und Unternehmen teil, darunter Vertreter von Volkswagen, Deutz, Lufthansa und Shell. Gastgeber Professor Krahl hob hervor, wie eng Forschung und Praxis an der TH OWL verzahnt sind. Die Hochschule verbinde landwirtschaftliche Produktion, industrielle Verarbeitung und nachhaltige Nutzung zu einem gemeinsamen Forschungsansatz.
Stephan Arens, Geschäftsführer der UFOP, machte deutlich, welche Rolle Öl- und Proteinpflanzen dabei spielen: „Die Wertschöpfungskette reicht von der Pflanzenzüchtung über den Acker auf den Teller und weiter bis in den Tank.“ Pflanzen seien damit nicht nur Grundlage für Lebensmittel, sondern auch ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung erneuerbarer Kraftstoffe.
Als Beispiel nannte Arens den Raps. Aus den Samen wird ein hochwertiges Pflanzenöl gewonnen, das sowohl als Speiseöl, vor allem aber auch als Kraftstoff genutzt werden könne. Der verbleibende Presskuchen könne als eiweißreiches Futtermittel eingesetzt werden. Gleichzeitig ist Raps ein wichtiger Baustein nachhaltiger Fruchtfolgen. Seine tiefen Wurzeln lockern den Boden und verbessern die Bedingungen für nachfolgende Kulturen.
Auch für den Klimaschutz spielt Pflanzenöl eine wichtige Rolle. Es kann direkt als Kraftstoff eingesetzt, zu Biodiesel verarbeitet oder konventionellem Dieselkraftstoff beigemischt werden. Anders als Palmöl wird Rapsöl aufgrund der gesetzlichen Nachhaltigkeitsvorgaben bei den nationalen Klimazielen berücksichtigt.
Professor Krahl betonte, dass erneuerbare Kraftstoffe nicht in Konkurrenz zur Elektromobilität stehen. Vielmehr ergänzten sich beide Technologien. Während batterieelektrische Antriebe vor allem im Pkw-Verkehr sinnvoll seien, würden flüssige erneuerbare Kraftstoffe insbesondere in der Luftfahrt, der Krisenvorsorge, der Schifffahrt und weiteren schwer elektrifizierbaren Bereichen wie zum Beispiel im Schwerlastverkehr oder bei schweren Feldarbeiten langfristig eine wichtige Rolle spielen.
An der TH OWL fließen diese Fragestellungen zusammen. Die Hochschule forscht interdisziplinär an Lösungen für eine nachhaltige Ernährung und Mobilität – und bringt Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft dafür an einen Tisch.
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Veröffentlicht am:
02.07.2026, 13:00
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