Schirmherrschaft für MONOCAB: Kreis Lippe stärkt Zukunftsprojekt aus der Region
13.März 2026
Der Kreis Lippe setzt ein Zeichen für innovative Mobilität im ländlichen Raum: Landrat Meinolf Haase hat die Schirmherrschaft für das Projekt MONOCAB übernommen. Bei einem Treffen in der Montagehalle im BegaPark in Dörentrup-Humfeld informierte er sich am 12. März über den aktuellen Entwicklungsstand der Einschienenfahrzeuge.
Mit der Schirmherrschaft unterstützt der Kreis Lippe die Weiterentwicklung der Technologie und bekräftigt zugleich den Anspruch, die Region als Reallabor für neue Mobilitätslösungen auszubauen.
Professor Jürgen Krahl, Präsident der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, betonte die Bedeutung dieser regionalen Unterstützung: „Die Schirmherrschaft zeigt, wie eng Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft in Lippe zusammenarbeiten. Diese Verbindung trägt das Projekt von Beginn an.“
Im Austausch mit Professor Thomas Schulte, Gesamtleiter des MONOCAB-Projektportfolios, wurde deutlich, dass die Entwicklungen aus Lippe längst über die Region hinaus Aufmerksamkeit finden. Interesse besteht unter anderem im Zusammenhang mit der geplanten Campusbahn – auch für Anwendungen im städtischen Raum liegen bereits erste Anfragen vor.
Gemeinsam mit den technischen Projektkoordinatoren Fabian Kottemeier und Jens Elkenkamp, Indrajith Surekha Ranjith Kumar (VR-Anwendungen) sowie Thorsten Försterling (Marketing und Öffentlichkeitsarbeit) stellte das Team den aktuellen Stand der Entwicklung vor. Ein entscheidender Erfolgsfaktor bleibt die enge Zusammenarbeit zwischen Kreis Lippe, der TH OWL, regionalen Unternehmen und zahlreichen Ehrenamtlichen.
Mehrere Anfragen aus dem In- und Ausland für mögliche Teststrecken liegen bereits vor. Auf Initiative des Kreises hat die TH OWL zudem einen Förderantrag für einen erweiterten Testbetrieb ab 2027 auf der Begatalbahn gestellt. Unterstützt wird das Vorhaben von den Verkehrsbetrieben Extertal und der Kommunalen Verkehrsgesellschaft Lippe. Bei einer Förderzusage könnten MONOCABs dort erstmals automatisiert in komplexeren Betriebsszenarien fahren – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem späteren Einsatz im öffentlichen Nahverkehr.
Der Einsatz selbstfahrender Fahrzeuge gilt zugleich als Chance für die Region: Neue Mobilitätsangebote können die Lebensqualität im ländlichen Raum verbessern, wirtschaftliche Entwicklung fördern und neue Arbeitsplätze schaffen.
Während des Besuchs erhielten die Gäste einen Einblick in die Entwicklungsstationen des Projekts – vom Designmodell über die Versuchsfahrzeuge bis zur Mitfahrt im Demonstrator „Hermann“. Auch eine virtuelle Simulation zeigte, wie das System künftig eingesetzt werden könnte.
Internationale Aufmerksamkeit erhielt das Projekt zuletzt durch den REGIOSTARS Award 2025 der Europäischen Kommission. Die Auszeichnung würdigt innovative Projekte, die zur Stärkung ländlicher Regionen beitragen.
Im weiteren Jahresverlauf richtet sich der Blick nun stärker auf die nächste Phase. „Wir arbeiten derzeit an belastbaren Daten zur Transportkapazität, am Marktpotenzial und an den Rahmenbedingungen für die Zulassung“, erklärt Thorsten Försterling. Ziel ist es, Investoren zu gewinnen und den Übergang vom Forschungsprojekt zu einem marktfähigen Mobilitätssystem vorzubereiten.
(Quelle: PM TH OWL)
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Veröffentlicht am:
13.03.2026, 17:25
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