Transformationsforum Hochschulstadt

06.Mai 2026

Transformationsforum Hochschulstadt

Anfang Mai fand in Halle an der Saale das Tranformationsforum Hochschulstadt statt. Organisiert vom Stifterverband bot die Veranstaltung nicht nur ein fachlich spannendes Programm, es gab ausreichend Möglichkeit für anregende Gespräche in den Pausen. Für den Innovation Campus Lemgo e.V. nahm Geschäftsführer Joachim Höper an der Netzwerkveranstaltung teil. Er gibt einen kurzen Einblick zu zwei ausgewählten Programmpunkten.

Auftakt-Paneldiskussion – Schnittstellen von Hochschule und Stadt gestalten
Diskussionsteilnehmende:
• Uwe Schneidewind (ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal)
• Ingeborg Schramm-Wölk (Vizepräsidentin der Hochschulrektorenkonferenz für Transfer und Nachhaltigkeit, Präsidentin der Hochschule Bielefeld)
• Hilmar von Lojewski (Beigeordneter und Leiter des Dezernats für Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen und Verkehr beim Deutschen Städtetag)
• Volker Meyer-Guckel (Generalsekretär des Stifterverbands)
Moderation:
• Wiebke Hoffman (Stifterverband, Teamleitung „Impact of Science“)

Worum ging es?
Deutlich wurde: Städte wollen Hochschulen – und Hochschulen profitieren von funktionierenden urbanen Kontexten. Gleichzeitig prallen zwei Systeme aufeinander, die oft nebeneinander statt miteinander arbeiten. Gelungene Beispiele zeigen, dass Integration möglich ist, wenn Hochschule, Stadt, Unternehmen und Zivilgesellschaft konkret zusammenarbeiten – etwa in regionalen Netzwerken, Pilotprojekten oder gemeinsam genutzten Infrastrukturen.

Kritisch hinterfragt wurde der klassische Wissenschaftsbetrieb: Ortsunabhängiges Arbeiten, geringe Anreize für Engagement vor Ort und ein stark projektgetriebenes System erschweren nachhaltige Wirkung in Kommunen. Gefordert wurden stattdessen klarere Profile von Hochschulen, dauerhafte Strukturen jenseits von Förderlogiken sowie neue Formate wie Think Tanks oder flexiblere wissenschaftliche Rollen.

Ein weiterer Punkt: Kooperation entsteht nicht zufällig. Regionen mit gewachsenen Netzwerken sind klar im Vorteil. Gleichzeitig wurde betont, dass nicht Kommunen sich an Wissenschaft anpassen sollten, sondern Hochschulen ihre gesellschaftliche Rolle aktiver annehmen müssen. Engagement in der Stadt, auch politisch, wurde dabei ausdrücklich als Teil dieser Verantwortung gesehen – ebenso wie der Aufbau resilienter Strukturen für eine stabile Zusammenarbeit.

Wo stehen wir wir?
Am Innovation Campus Lemgo haben wir seit Jahren bereits gute Kooperationen von Campus-Akteuren mit der Alten Hansestadt Lemgo und auch mit dem Kreis Lippe. Innerhalb des Innovation Campus Lemgo e.V. findet ein regelmäßiger und konstruktiver Austausch statt. Aus dieser Struktur unternehmen entweder einzelne Partner mit der Kommune oder aber der Verein im Auftrag der Mitglieder Aktivitäten und Projekte mit der Stadt. Netzwerkstrukturen sind gefestigt und Informations- und Entscheidungswege kurz.

PANELDISKUSSION: Innovation durch Kooperation – wie Science Parks Städte und Wissenschaft prägen
Diskussionsteilnehmende:
• Dr. Johannes Staemmler (Moderation (Leiter Referat Strukturwandel BTU Cottbus))
• Prof. Dr. Michael Hübner (BTU/Lausitz Science Park Cottbus)
• Agnes von Matuschka (Geschäftsführerin Potsdam Science Park)
• Frank Drewes (Geschäftsführer Brainergy Park Jülich)
• Roland Sillman (WISTA-Management GmbH, Berlin Adlershof)

Worum ging es?
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Science Parks als Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen wirken und welche Bedingungen erfolgreiche Kooperation ermöglichen. Diskutiert wurden unterschiedliche Entwicklungswege von Standorten – von langfristig gewachsenen Ökosystemen bis hin zu strategisch aufgebauten Innovationsclustern – sowie die Bedeutung von professionellem Standortmanagement und klaren Governance-Strukturen.

Ein wiederkehrendes Thema war die Rolle der öffentlichen Hand, insbesondere bei der initialen Finanzierung, Infrastrukturentwicklung und im Kontext regionaler Transformationsprozesse wie dem Strukturwandel. Gleichzeitig wurde betont, dass nachhaltiges Wachstum vor allem aus stabilen Netzwerken, mittelständischen Strukturen und unternehmerischer Dynamik entsteht, während eine zu starke Abhängigkeit von einzelnen Großunternehmen Risiken birgt.

Weitere Schwerpunkte lagen auf der aktiven Gestaltung von Kooperationen („Orchestrierung“), der Förderung von Gründungen – auch aus der Wissenschaft heraus – sowie der Einbindung internationaler Talente. Zudem wurde die Bedeutung vielfältiger, resilienter Clusterstrukturen hervorgehoben, die wirtschaftliche Schwankungen abfedern können.

Kontrovers diskutiert wurden schließlich auch Grenzen und Spannungsfelder von Science Parks, etwa im Verhältnis zur klassischen Hochschulentwicklung, zur Rolle der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie zur Frage, wie viel Steuerung und wie viel organisches Wachstum notwendig und sinnvoll ist.

Wo stehen wir?
Der Innovation Campus Lemgo e.V. ist von Zeit zu Zeit im kollegialen Austausch mit anderen Campi sowie Bildungs- und Technologieparks in Deutschland und in Österreich. Hier gilt es voneinander zu lernen und zu prüfen was übertragbar ist oder auch einzigartig ist und bleibt.

Informationen

Veröffentlicht am:
06.05.2026, 15:55

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